DENDROBIUM – DER BAUMFREUND

Insbesondere im Herbst und Winter werden im Handel neben dem Standardsortiment vermehrt auch Orchideen der Gattung Dendrobium angeboten. Sie sind relativ problemlos zu halten und sind auch sichere Blüher, wenn alle Faktoren zur Blüteninduktion stimmen. Und genau hier liegt die Herausforderung, denn Dendrobien benötigen teilweise eine strenge Ruhezeit mit verminderten oder gar keinen Wassergaben sowie entsprechenden Temperaturabsenkungen. Stimmt die Kombination nicht, werden statt Blüten vermehrt Tochterpflanzen (Kindel) gebildet.

Daher ist es eminent wichtig, dass man genau weiß „welches“ Dendrobium man pflegt und wie die genauen Anforderungen im Hinblick auf Temperatur- und Wasserführung sind. Wenn Sie Dendrobien pflegen wollen, so sollten Sie ein gutes Orchideenbuch zur Hand nehmen oder sich im WWW entsprechend informieren.

 

Im Handel finden sich meist:

+ Dendrobium phalaenopsis-Hybriden
+ Dendrobium nobile-Hybriden
+ Dendrobium kingianum (Duftorchidee)

 

Aber auch viele Naturformen wie das Dendrobium thyrsiflorum oder die Naturform Dendrobium nobile selbst sind es wert gepflegt zu werden. Als sympodial (horizontale Wachstumsachse) können Dendrobien bei Bedarf durch Teilung (vegetative Vermehrung) beim Umtopfen vermehrt werden. Dabei sollten pro Teilstück mindestens 4 Pseudobulben vorhanden sein, um ein zügiges Weiterwachsen zu gewährleisten

Das Verbreitungsgebiet der weit ca. 1.500 Arten umfassenden Gattung Dendrobium sind die Tropen, wobei es hier gravierenden Unterschiede in den Höhenlagen gibt (Himalaya-Region bis in das Tiefland der Regenwälder). Dies erklärt auch die besonderen Ansprüche in Richtung Blüteninduktion (Temperatur, Wasserversorgung).

  • Temperatur

    Dendrobien gib es für alle 3 Temperaturbereiche bzw. die Ansprüche unterscheiden sich je nach Jahreszeit:

    – warm z.B. Dendrobium phalaenopsis
    – kühl – temperiert z.B. Dendrobium thyrsiflorum, D. nobile/D. nobile-Hybriden
    – kalt z.B. Dendrobium nobile (nur Winter)

    Je nachdem, welche Temperaturbedingungen Sie realisieren können, sollten Sie das entsprechende Dendrobium auswählen, um Misserfolge zu vermeiden.

  • Licht

    Die Lichtansprüche von Dendrobien sind höher als bei Phalaenopsis und Frauenschuh. Dies gilt insbesondere in Zeiten der Blüteninduktion und Knospenbildung. Daher gilt hier besonders die Richtlinie: so hell wie möglich, aber keine direkte Sonne. Je heller die Kultur (und damit die diffuse Sonnenstrahlung), desto mehr muss man aber darauf achten, dass es nicht zu warm wird. Hier ist ggf. für ausreichende Kühlung durch Luftbewegung zu sorgen und auch eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen.

  • Luftbewegung

    In der freien Natur gibt es kaum stehende Luft. Es weht immer ein leichter Wind oder die Thermik sorgt dafür, dass sich die Luft vermischt. Ganz anders im Zimmer – hier steht oft die Luft und dies führt insbesondere im Winter bei geschlossenen Fenstern auch zu einer recht ungleichmäßigen Wärmeverteilung. Daher sollte mit einem Ventilator ganzjährig dafür gesorgt werden, dass die Luft immer wieder bewegt und gemischt wird. Wir empfehlen hier Ventilatoren der amerikanischen Firma Vornado, die für Luftverwirbelungen sorgen. Es ist dabei völlig ausreichend, diese für 15 Minuten pro voller Stunde (Winter) bzw. 15 Minuten alle 2 Stunden (Sommer) zu betreiben.

  • Frischluft

    Neben der Luftbewegung ist auch die Versorgung mit frischer Luft wichtig, um immer wieder Kohlendioxid für die Photosynthese an die Pflanzenblätter zu bekommen. Wichtig ist: keine Zugluft! Darauf ist insbesondere im Winter zu achten, d.h. Fenster sind auf Undichtigkeiten zu prüfen.

  • Wasser und Dünger

    Werden neue Jahrestriebe gebildet so ist auf eine ausreichende Wasser- und Düngeversorgung zu achten. Zum Ende der Bulbenreife (diese haben ihre maximale Größe erreicht und werden „dick“) werden die Wassergaben leicht (D. phalaenopsis) bis hin zu ganz (D. nobile) reduziert, um ein sofortiges Durchtreiben (Bildung eines weiteren Jahrestriebes) zu vermeiden und die Blütenbildung anzuregen.

    Bei D. nobile werden die Wassergaben bei gleichzeitigem kühlen Standort im Herbst komplett eingestellt, bis sich die Knospen im zeitigen Frühjahr ausgebildet haben. Die Bulben dürfen dabei nicht schrumpfen – sollte dies der Fall sein so ist die Temperatur meist zu hoch.

    Auch Dendrobien sprechen gut auf die Bewässerung von unten an, jedoch sollte gerade in der Anfangsphase (siehe auch unsere Empfehlungen) nach dem Umtopfen ins Orchitop immer wieder zwischendrin auch von oben gegossen werden, damit die deutlich feineren Wurzeln nicht vertrocknen und sich an die neuen Lebensumstände gewöhnen können.

    Gedüngt wird von April bis September einmal monatlich mit einem handelsüblichen Orchideendünger in der angegebenen Dosierung.

Wir haben diese Empfehlungen nach bestem Wissen und Gewissen aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen zusammengestellt. Bitte verstehen Sie diese auch wirklich als Empfehlungen, d.h. es ist in der Verantwortung des Kultivateurs unter seinen eigenen, individuellen Voraussetzungen die richtigen Kulturmaßnahmen zu ergreifen und ggf. von unseren Empfehlungen abzuweichen. Wir freuen uns über Anregungen zur Verbesserung unser Empfehlungen.

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